Der Dokumentarfilm

„Das Leben selbst, auf frischer Tat ertappt...“

...kommentierte der polnische Filmhistoriker Jerzy Toeplitz die Filme der Brüder Lumière, die 1895 in einem Pariser Café erstmals vorgeführt wurden. Auf vielfältige Weise haben sich seitdem Filmemacher und Kameraleute mit der Realität auseinandergesetzt.

Dokumentarfilme aus mehr als 100 Jahren sind ein faszinierender Spiegel: Viele Filme haben eine stark politische Funktion und spiegeln die geschichtlichen Ereignisse und die grossen gesellschaftlichen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts wider. Auch sind sie ein Spiegel des Mediums selbst und zeigen die technischen Entwicklungen auf, von den ersten, stummen Bildern zum Tonfilm, über die flexible 16 mm-Handkamera mit Synchronton bis hin zu elektronischen Medien. Einer der spannendsten und aktuellsten Aspekte dieses Spiegels ist die Reise durch die Geschichte der Wahrnehmung.

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Die Palette unserer Dokumentarfilmsammlung reicht von den Anfängen der Filmgeschichte, den Filmen der Brüder Lumière und Skladanowsky über die sowjetische (Dziga Vertov) und polnische (Jerzy Bossak) Dokumentarfilmschule, die Filme von Joris Ivens, die Britische Dokumentarfilmbewegung (John Grierson u.a.) und das Free Cinema bis zu neueren Entwicklungen des amerikanischen Direct Cinema (Richard Leacock), des französischen Cinéma Verité oder moderne Tendenzen des Essayfilms (Chris Marker). Hinzu kommen wichtige Autoren, Stilrichtungen und dokumentarische Reihen, wie sie das Fernsehen seit den fünfziger Jahren entwickelt hat.

Bei der Auswahl wird nicht nur auf künstlerisch wertvolle Produktionen Wert gelegt, es werden ebenso signifikante und zeittypische Filmwerke und Videos der europäischen Film- und Fernsehgeschichte berücksichtigt.

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