Im »Dritten Reich« ist
neben der ideologischen Funktion von Wochenschau
und Filmpropaganda eine stilistisch variantenreiche Praxis
dokumentarischer
Filme zu beobachten, die die Genrekonventionen der Weimarer
Republik
fortsetzt und ein breites Themenspektrum abdeckt: Publizistik
und Forschung |
Entwicklung und Lenkung der Filmproduktion | Kulturfilm
und Wochenschau
im Kino | Industrielle Modernisierung, Mobilisierung und
Medialisierung im
Film | Deutschlandbilder zwischen Tradition und ›neuer
Zeit‹ | Fremde Länder
–
Fremde Völker | Lehr- und Unterrichtsfilme | Propagandafilme
der
NSDAP | Visuelle Aufrüstung im Zeichen des Zweiten
Weltkriegs | ›Sinfonie
des Krieges‹ - Die DEUTSCHE WOCHENSCHAU | ›Auferstanden
aus Ruinen‹. Zur
Wirkungsgeschichte von Kulturfilm und Wochenschau nach
1945 | Bibliografie
| Filmografie | Kurzbiografien.
"The definitive work on the subject. This work is a must-read for everyone
interested in German film, the history of mass media and the history of
modern Germany. This three-part history of documentary film in Germany is a
monumental undertaking and a remarkable accomplishment."
Sabine Hake, H-Net Reviews (USA)
"Monumental wäre zu wenig. Monströs zu viel. ... Einen bisher weitgehend
blinden Fleck der historischen Filmwissenschaft aufgetan und aufgerissen zu
haben, darin besteht der grundlegende Verdienst dieser 'Projektmaschine'.
Was von der Fülle an empirischen Fakten, methodischen Perspektiven und
meta-theoretischen Exkursen in die Film-Geschichte eingehen wird, darüber
möge die Praxis der Disziplinen entscheiden."
Barbara Wurm, Kolik 3/2006 (Österreich)
„Ein Standardwerk, kein Zweifel. ... 2037 Seiten in drei voluminösen Bänden, die – reich illustriert – versuchen, keinen noch so entlegenen Winkel des dokumentarischen Films in Deutschland bis 1945 unausgeleuchtet zu lassen.“
Ulrich Kriest, film-dienst 22/2006
„Jeder von ihnen ist nicht nur Fachfrau oder Fachmann, sondern blickt auch über den Tellerrand dessen hinaus, was sie oder er zu servieren hat. Der Zusammenhang gerät kaum einmal aus dem Blick. Hinzu kommt eine für wissenschaftliche Spezialisten und Koryphäen nicht gerade übliche Lesbarkeit der wie auch immer unterschiedlichen Besonderheiten, die von strenger, ja rigoroser Sachlichkeit bis zur Süffisanz und Polemik reichen. Man kann in diesem Monumentalwerk tatsächlich lesen – und sich festlesen.“
Peter W. Jansen, Filmbulletin 8.06
„Das Dokumentarische wird darin beileibe nicht als feststehende Qualität beschreiben, sondern als Produkt eines vielfachen und andauernden Perspektivenwechsels. Filmstil, publizistische Intention und politische Positionen verändern sich, Ästhetisches und Weltanschauliches werden immer wieder neu verhandelt.“
Madeleine Bernstorff, taz 22.8.2006
„Neben der Dokumentation der Geschichte eines Genres, in dem sich stärker als im Spielfilm die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der zeit spiegeln, legt das Werk ein Hauptaugenmerk aus dessen Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte.“
Lutz Gräfe, Kölner Stadtanzeiger 4.2.2006
„Hier ist erstmals ein Fundus aus den Archiven im Einzelnen namhaft gemacht, der permanent für TV-Dokumentationen der deutschen Geschichte ‚angezapft’ wird. Vielleicht wird es irgendwann einmal soweit sein, dass das in Dokumentarfilmbildern bewahrte visuelle Gedächtnis ins Bewusstsein kultureller Überlieferung rückt und nicht mehr nach geläufiger Praxis der Fernseharchive als Illustrationsmaterial ausgeschlachtet wird.“
Jörg Becker, Ray Mai/2006
„Die Bände bieten dem filmhistorisch bis heute virulenten Klischee überzeugend Paroli, dass der dokumentarische Film – außer zu NS-Zeiten – ein randständiges Dasein geführt habe und beim Kinopublikum, das fiktionale Spielfilme favorisiert habe, unbeliebt gewesen sei. Speziell das Genre des Reisefilms erfreute sich zeitloser Popularität, was sich bis in aktuelle Fernsehformate hinein feststellen lässt. Selbst der belehrende Film war nicht nur ein blutleerer Favorit verknöcherter Kinoreformer der Kaiserzeit, sondern war insbesondere ab Mitte der 1920er Jahre aus Erfolgskurs.“
Corinna Müller, www.hsozkult.geschichte.hu-berlin.de
„Andererseits befreit dieses Buch den deutschen Dokumentarfilm von der Last, am faschistischen Gefolgschaftsgeist in besonderem Maße mitschuldig zu sein. Peter Zimmermann arbeitet überzeugend heraus, wie das Konzept der Moderne auch in der NS-Zeit weiterwirkte und ähnlich wie im Italien unter Mussolini wegen immer wieder eingeforderter ‚Lebensnähe’ Ansätze zum Neorealismus erkennbar wurden.“
Hans-Jörg Rother, Der Tagesspiegel 10.8.2006
„Die bisherige Filmgeschichtsschreibung hat es sich oft zu leicht gemacht und mit der Gleichschaltungsthese gleich den gesamten Dokumentarfilmbereich als direkte Propaganda sehen wollen. So präsentiert der bisher abschließende Band den dokumentarischen Film im Dritten Reich vielfältiger, widersprüchlicher und in weiten Teilen weniger propagandistisch als gemeinhin angenommen.“
Josef Schnell, Deutschlandfunk 19.12.2005
„Eine Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland war ein Desiderat. Und es bedurfte des Zusammenwirkens verschiedener Institutionen und Personen, um erfolgreich zu sein.“
Hans Helmut Prinzler, Filmgeschichte 20
„Den vielleicht größten Erkenntnisgewinn präsentiert gleich der erste, von den Trierer Medienwissenschaftlern Uli Jung und Martin Loiperdinger nicht nur herausgegebene, sondern auch in beträchtlichem Maße selbst geschriebene Band zum frühen Dokumentarfilm vor 1918. Eindrücklich vermögen sie zu zeigen, wie brüchig sich das traditionelle Begriffs- und Zeitraster bei genauerer Betrachtung erweist: Was heißt schon 'Dokumentarfilm' in einer Zeit, in der es noch gar keine 'Spielfilme' gab, sondern ein "Kino der Attraktionen" (I, 32), in dem das bloße 'Zeigen' des Abgebildeten im Vordergrund stand, nicht das mehr oder minder fantasievolle Erzählen und schon gar nicht das deutende Erklären?“
Konrad Dussel, www.sehepunkte.de
„Dass hier Pionierarbeit geleistet wurde, zeigt schon der einleitende Forschungsbericht von J. Goergen. Er führt die zahlreichen Arbeiten zu ausgewählten Dokumentarfilmern, zu Produktionsfirmen und institutionellen Verbänden sowie zu einzelnen Film-Genres erstmals zusammen, diskutiert sie vor dem Hintergrund der Filmtheorien in der Nachkriegszeit und benennt die bis heute bestehenden Forschungslücken.“
Dorit Müller, Medienwissenschaft 2/2006