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Meldung
Pressemitteilung

Vier Grimme-Nominierungen für MFG-geförderte Projekte

Die beiden MFG-geförderten Spielfilme "Das wahre Leben" von Alain Gsponer und "Mogadischu" von Roland Suso Richter sind für den Adolf-Grimme-Preis 2009 nominiert / Auch Hannah Herzsprung und Nina Haun haben Chancen auf eine Auszeichnung.

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Fernseh-Tipp
ARD: 07.07 22:45 Uhr
Wiedersehen in Böhmen - Zwei Lebenswege
Ende 23:45 Uhr
Dokumentarfilm, BRD 2009

Das Haus, in dem Isa Engelmann aufgewachsen ist, hat noch immer ein grünes Dach. Doch ihre verlorene Kindheit findet sie dort nicht mehr.

[Weitere Fernseh-Tipps]


Kino-Tipp
Start: 07.05.2009
Das Herz von Jenin

Im November 2005 wurde der 12-jährige Ahmed durch einen Kopfschuss getötet. Er lebte mit seiner großköpfigen Familie im westjordanischen Flüchtlingslager Jenin und war im Begriff, anlässlich des Ramadanfestes eine Krawatte zu kaufen. Dabei traf er auf zwei Freunde, die mit Spielzeuggewehren herumliefen. Die Jungen begannen Krieg zu spielen, doch aus der Fiktion wurde plötzlich schreckliche Realität. Denn just zur selben Zeit war eine Abteilung der israelischen Armee zwecks einer Razzia in Jenin unterwegs. Üblicherweise erfolgen Unternehmungen dieser Art nachts, um die Zivilbevölkerung zu schonen, doch dieses Mal war es anders. Ein Scharfschütze hielt den Knaben für einen Terroristen und das Plastikspielzeug in seinen Händen für eine echte Kalaschnikow. Für Ahmed kam jede Hilfe zu spät. Umso überraschender war die Haltung seiner Eltern, Ismael und Abla Khatib, die sich wider Erwarten bereit erklärten, die Organe ihres Sohnes zur Spende an israelische Kinderpatienten freizugeben. Sowohl religiöse als auch weltliche Autoritäten gaben ihre Zustimmung. Ein Jahr darauf macht sich Ismael auf, drei der betroffenen Familien zu besuchen. Der Dokumentarfilm „Das Herz von Jenin“ des Deutschen Marcus Vetter und des Israelis Leon Geller beleuchtet diese Reise sowie die vorangegangenen Ereignisse, die weltweit Schlagzeilen machten. Ihnen ist ein formal souveränes Werk gelungen, das allerdings überhaupt nicht - wie behauptet - dazu beitragen wird, „Vorurteile abzubauen“. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Auf der Berlinale 2007 begegneten sich Vetter und Leon zum ersten Mal. Bald entschloss man sich zu einer Zusammenarbeit und teilte die Aufgaben. Geller sollte vor Ort drehen, während Vetter den Schnitt übernahm. Dramaturgie und visuelle Gestaltung sind superb geraten. In medias res beginnend, vergehen einige Minuten, bis der mit der Sachlage unvertraute Betrachter wesentliche Informationen erhält. Archivaufnahmen, etwa aus Nachrichtensendungen, fügen sich fließend in das eigene Material ein, während Nadav Heksekmanns Kamera sich erfolgreich um ausdrucksstarke Bilder bemüht. Besonders eindrucksvoll gelungen sind ihm die Ansichten eines Beduinenjungen, der - dank Ahmeds Organen endlich gesundet - seinem Bewegungsdrang freien Lauf lässt und mit seinem Rad durch den Sand rast. Inhaltlich liegen die Dinge jedoch anders: Die zentrale Stelle ist jene, an der Ismael Khatib seine wahren Intentionen darlegt. Für ihn ist die Spende der Organe seines Sohnes eine Form des subtilen Kampfes gegen den Staat Israel. Trotzig mutmaßt er, am liebsten sei den jüdischen Mächtigen ohnehin gewesen, er hätte sich in die Luft gesprengt, doch stattdessen hätte er sie mit einer unerwartet „menschlichen“ Tat provoziert. Man muss sich diese Äußerungen erst einmal durch den Kopf gehen lassen, um ihre Tragweite vollends zu erfassen. Ein Akt zunächst bewundernswerter Menschlichkeit entpuppt sich plötzlich als Instrument des Kampfes, wenn auch mit anderen Mitteln. Von hier an steht der Film plötzlich auf tönernen Füßen. Zudem bleibt die folgende Reise recht ergebnislos, besonders der Besuch bei einer stocksteifen, religiös verblendeten jüdisch-orthodoxen Familie gerät zur Qual.

http://www.filmstarts.de/kritiken/101388-Das-Herz-von-Jenin.html


[Weitere Kino-Tipps]


Podcast-Tipp
Blickwechsel 1: Dokumentarfilme im Netz
Im Mittelpunkt der Dokumentarfilme stehen spannende Menschen und interessante Geschichten.

itunes-Link:
http://phobos.apple.com/WebObjects/MZStore.woa/wa/viewPodcast?id=205296560

Homepage:
www.blickwechsel.tv


[Weitere Podcast-Tipps]


Lese-Tipp
Documentary Film Magazine: DOX
Ein internationales auf Englisch herausgegebenes Magazin, das viele Aspekte des Dokumentarfilms bespricht.

[Weitere Lese-Tipps]


Hör-Tipp
SWR2, 19.06.2009, 22.33 Uhr, Hörspiel-Studio'
Peymannbeschimpfung
Von Helgard Haug und Daniel Wetzel (Rimini Protokoll)
Regie: Helgard Haug
und Daniel Wetzel
Produktion:  DLR Kultur 2007
Länge: 55 Minuten
in Kooperation mit dem Schauspiel Stuttgart, dem Landesarchiv Baden-Württemberg und dem Staatsarchiv Ludwigsburg
1977.

In Stuttgart-Stammheim sitzen die Leitfiguren der RAF: Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe. Im Stuttgarter Staatstheater sitzt ein Intendant: Claus Peymann. »Der wackere Hausarzt Maurer« hatte bei den RAF- Terroristen und Stammheim-Insassen umfangreiche Zahnbehandlungen vorgenommen, die weder privat noch staatlich gedeckt werden konnten. Darum entwarf Gudrun Ensslins Mutter ein Bittschreiben an 50 prominente Deutsche, in dem sie aufforderte, Geld für die Behandlung
zu spenden. Als der Brief Peymann auf den Schreibtisch flatterte, hängte er ihn ans Schwarze Brett des Theaters und spendete selbst 100 Mark. Als die Medien davon Wind bekamen, startete eine hysterische Berichterstattung - und Peymann erhielt rund 600 Reaktionsschreiben: von solidarischer Anerkennung, Lob, kritischer Distanzierung über den Vorwurf der Profilneurose und Beschimpfungen, bis hin zu Verurteilungen und Morddrohungen. Diese Briefe machen Volkes Stimme hörbar und bilden einen präzisen Querschnitt durch die Stimmungslage der Nation im Herbst 1977.

[Weitere Hör-Tipps]


Surf-Tipp
http://iraqiscope.org
Iraqiscope ist eine Videoplattform mit filmischen Beiträgen aus dem Irak. Sie ist in verschiedenen Rubriken unterteilt und enthält vor allem Filme von Amateuren und Journalisten, die im öffentlichen Rundfunk des Iraks keine Palttform finden würden. Zu sehen sind kurze Dokumentarfilme, aber auch Fiktionales. Gegründet wurde die Plattform von dem Deutschen Klaas Glenewinkel. In Berlin leitet der 37-Jährige gemeinsam mit seiner Kollegin Anja Wollenberg MICT International. MICT bildet Journalisten in Krisengebieten aus und installiert dort verschiedenste Medienprojekte.

[Weitere Surf-Tipps]

Rund um den Dokumentarfilm
Branchentreff Dokumentarfilm
Dokumentarfilm Meilensteine
Dokumentarfilm Archiv
Dokumentarfilm Sendeplätze
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